March 9, 2010

Gespräche in einer Heuwiese

Filed under: Kritik, Philosophie, Prosa, Ökonomie — Thomas Piekarski @ 10:32 pm

Ein kleines Stück Prosa zum neuen Frühling hin, inspiriert durch einen Wortwechsel auf Verzichtsverzicht.


Spät ist es, rasch fährt Jay durch tiefe, dunkle Täler der Rezession und im Aufschwung inbegriffen durch lichte Höhen in seinem Coupe SL. Entspannt sitzt er, lässt sich von der Massagefunktion des innovative Sitzes alle verspannten Muskeln letzter haarsträubender Meetings lockern und dabei spricht er noch mit Kollegen letzte Details der vertricksten US-GAAPs und vermeidlicher Fallstricke bei der IFRS durch. Eines ökonomischen Spiels, dass er liebt und bis zur kalkulierten Perfektion getrieben hat.

Via Headset im Auto steuert er seine Welt! Ein lautes Wort und die Nummer des Untergebenen wird gewählt, ein spitzer Laut und sein Broker ist informiert zu verkaufen und ein mildes, lächelndes Wort und die Direktverbindung zu seiner geliebten Frau steht. Es ist eine schöne, eine glitzernde Welt voll von Erfolgen und Höhenflügen.

Hart hat er dafür in seiner jungen Zeit geschuftet, noch härter wurde er immer wieder von anderen Begierigen dran genommen. Auf dem Schulhof begann das einst schon und zog sich dann auch in der Mensa seiner Uni weiter. Doch wer hoch hinaus will, muss zielstrebig und skrupellos vorgehen.

Da bleibt keine Zeit für Liebchen A. hier und Liebchen B. dort, oder wars doch die C. – da bleibt auch keine für Party hier und auch Party dort, mag es noch so locken – das einzige was für ihn zählt ist die Arbeit, das Netzwerk und was am Ende in der Bilanz unterm Strich steht. Seine reizende, schöne und vollbusige Buchhalterin kann dass so nur bestätigen ;)

Eine Zahl jagt so die andere – und es dreht sich ihm förmlich im Kopf, wenn ein Aktienkurs eines seiner betreuenden Unternehmen auch nur kurz wackelt. Denn dann sitzt er im Auto- wie jetzt und telefoniert um morgen auch noch telefonieren zu können. Gehörig verschafft er sich Gehör – packt mal dort an und tritt mal fest in den Hintern hier. Sein täglich Brot ist das Fallen von Menschen und das bewusst ökonomisch abgewogene Auffangen von Menschen und Unternehmungen, die ins Straucheln geraten sind oder noch höher bis zu den Sternen hinaus wollen.

Doch auf wessen kosten arbeitet er wirklich – manchmal in schwachen Momenten über einem großen Kelch Wein wünschte er sich ein Schafhirte im Aufschwung und dennoch in einem kleinen Tal zu sein. Ruhe und Frieden zu genießen mit seinem Hund Weber und seinen drei Schafen Arx, Riedmann und Ush. Weiße Wölkchen am Firmament würden ihm die Phantasie beleben, er sähe Aktienkurse, Bilanzen, Geld, Outcome, Geld, Frauen, Macht, Geld, Outcome, Frauen, Macht, Macht, Macht… aufgewacht!

Aufgewacht ist er… mit einem Holpper und einer scharfen, quietschenden Kurve rechts hält er noch so den Wagen auf der Spur. Doch holpperts rechts unten von ihm – er weiß sich nicht zu helfen, bricht das Gespräch ab und hält an. Er hält an! Er öffnet die Tür! Er steigt aus! Ausgestiegen schaut er sich das Desaster an…

Doch an eine Desaster mag er nicht denken. Mehr sieht er die Chance zu…

Sein Blick verschwimmt – mögen es Tränen sein, dass er den Termin nun nicht mehr wahren werden kann – wie auch immer. Er geht – er geht fort vom Auto, fort vom Termin und fort von der Arbeit, die sein Leben für so lange Zeit bestimmt hat.

Einen kleine Pfad, der sich um einen Hain schlängelt geht er langsam und bedächtig hinauf und kommt zur Ruhe. Endlich wirkliche Ruhe, Gelassenheit und Frieden. Wofür manch anderer, beschriebener seine Seele dem Teufel verkaufte – für einen Moment tiefster Gelassenheit.

In einer Heuwiese trifft er plötzlich auf einen blauen, vor sich hin philosophierenden Wirrkopf… doch dass ist eine andere Geschichte und ein ganz andere Philosophie :)


Über Kritik, Feedback und ein Gespräch über nächste Geschichten freue ich mich, danke für Ihre Aufmerksamkeit. Wenn Ihnen etwas schwer bekam, greifen sie doch gleich rechts unten zum Megafon… :)

March 8, 2010

Bugs und Features

Filed under: Entwicklung, Erkenntnis, News — Thomas Piekarski @ 8:35 pm

…debuging! [oder eher blindes Schießen mit Kanonen auf bugs]


Update: Der bug hat sich als ein Feature herausgestellt und mich beschämt und etwas rot um die Wangen in die Ecke gestellt. Artikelbeiträge an einem Tag werden subsummiert und fortlaufend dann auf dem dritten Level des h-tags eingereiht. Irgendwie ging ich von einem nachlässig nicht geschlossenen tag aus. Hoffentlich sind keinerlei Kommentare durch den debuging Prozess verloren gegangen. Wenn welche hop gegangen sind, das Megafon wird Ihnen lautstark Verhör verschaffen.


Wie es nun einmal so ist mit kleinen Biestern, irgendwo steckt ein Fehler. Wie es scheint nicht im oberen Artikel über erstes Marketing. Irgendwo in den CSS deloquencias steckt der Wurm drin. Wenn Sie Ihn finden – bitte aufessen :)

Doch ich gehe definitiv davon aus das Datenintegrität hinsichtlich der Datenbankeinträge Ihrer Kommentare und meiner Artikel besteht! Einzig das Leveling im h-tag ist ein wenig buggy. Spätestens die nächsten Tage über werde ich genauer als soeben auf die Suche gehen.

Erste Schritte im Guerilla-Marketing

Filed under: Feedback, Marketing — Thomas Piekarski @ 8:30 pm

Nun saß ich seit einer Stunde und texte still im Kämmerlein vor mich hin. Wörter fügen sich geschwind im raschen Geist aneinander und Sätze erblicken langsam das Licht der Welt. Beflügelt von einer verzaubernden Stimme am Telefon vor kurzem schicke ich erste Entwürfe eines Guerilla-Marketings in den Äther hier.

Feedback auch ohne im Textlabor sitzend bei Kaffee, Tee oder auch Wein – So möchte ich dennoch Sie hier fragen was Sie so denken…

Entwürfe

  1. Demnächst auf deloquencia ein Textlab für die geschmeidige sprachliche Gymnastik und Akrobatik.
    Kommen doch auch Sie, gemeinsam feilt sichs besser :)
  2. Der Vorhang geht schwer hinauf, Staub wirbelt ein wenig durch den muffigen Raum, demnächst ist es so weit: deloquencia|textlab für ein gemeinsames kreatives Texten und ein spitzes Guerilla-Marketing!
  3. A, b, k, L… vieleicht wäre ein el besser?! Ein kleines Couvre der vielen Buchstaben, die langsam nur sich zu Wörtern zusammensetzen und allmählich sich zu Sätzen schlängeln.
    Das und noch manches mehr in gemeinsamer Blaupause im kleinen und geheimen deloquencia|textlab ab 05/10.

Ein erster kleiner Schritt in vielleicht auch die richtige Richtung. Ich hoffe doch, dass Sie mich begleiten auf den ersten Schritten. So dann halten wir gemeinsam Schritt :)

Zitternder schwarzer Stift…

Filed under: Artikel, Entwürfe, Glossen, Journalismus, Kritik — Thomas Piekarski @ 10:32 am

Was heißt Zensur wirklich und wo beginnt die Zensur wirklich Fuß zu fassen?

Beginnt sie erst in der Wahrnehmung des Lesenden, auf dem Zeitungspapier etwa oder schon im Kopf des Redakteurs, der eingeschüchtert dem Chef vom Dienst klar zumachen versucht warum er denn so kritisch über ein Unternehmen geschrieben hat.

Kein Unternehmen unter vielen ist es, sondern eines, dass doch mittels Annoncen die Zeitung so gut und so lang über so viele Jahre hinweg das Überleben gesichert hat.

Doch mögen Fetzen fliegen und Türen knallen, dennoch mit einem Schwarzstift in der zitternden Hand legt er gekonnt an. Hier wird gestrichen, dort wird etwas gedreht – so lange wird gedreht, bis es schließlich herausgedreht ist.

Dem Redakteur dreht es sich im Kopf und er versucht mit schwacher Stimme noch zu beschwichtigen wo er nur kann. Jedoch wischt der Chef jeden Einwand mit einem rigorosen Kopfschütteln weg. Weg damit und auch hiermit – sonst sind sie selbst gleich weg!

Der Chef weiß nämlich was er tut, denn würde er es nicht tun gäbe es morgen schon nichts mehr zu tun. Im starren Rückgrat sitzt ihm nicht nur der journalistische Erfolg sondern auch der wirtschaftliche Misserfolg und so hat er die Kappe auf dem Kopf und schon lange nicht mehr auf dem schwarzen Stift.

Zum letzten Mittel greift der Redakteur: so reißt er das Fenster auf, nicht etwa um sich hinab zustürzen, sondern frischen Wind hinein zulassen. Der Chef rügt ihn, muss aufstehen und schließt das Fenster, denn Zugluft mag er ja nicht in der Redaktion haben. Damit setzt er sich mit hochrotem Kopf wieder und streicht weiter um weiter streichen zu können. [Das können Sie doch nicht so schreiben, sprach das Engelchen auf meiner Schulter - doch das Teufelchen ließ mich posten auf XING :)]

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